Hansenhaus Rechts - Gemälde

Hansenhaus Rechts - Gemälde
Hansenhaus Rechts zu Marburg an der Lahn ca. im Jahre 1897 - Gemälde von Friedrich (Fritz) Klingelhöfer (04.061832 - 09.11.1903) Marburger Landschaftsmaler - Bildarchiv Foto Marburg 221331
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Dienstag, 1. März 2016

Wie alles begann - Teil II

Das Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, nachfolgend HLGL, stellt mit dem Landesgeschichtliches Informationssystem, nachfolgend LAGIS, nachfolgende Daten sowie nicht belastbare Vermutungen aus dem (Hessisches) Historisches Ortslexikon Marburg, Seite 117 zur Verfügung:


Hansenhäuser

Datensatz Nr. 534014242 

LAGIS

Siedlung - Ortstyp: Gasthaus



Lage:

Am östlichen Stadtrand von Marburg.
2 Ausflugslokale auf einer den Lahnbergen westlich vorgelagerten Hochterrasse


Ersterwähnung:

1708/1710  

Bemerkung:
Zur Zeit noch eine nicht belastbare Aussage. 


Siedlungsentwicklung:
I.
Vermutlich im 17. Jahrhundert von einer aus Holland eingewanderten Familien Snyder angelegtes Gehöft.
Anfang des 18. Jahrhunderts abgebrannt.

II.
1707 bekommt der Schmied Johannes Klein die Erlaubnis 63/4 Morgen Wüstung im Schweinsgrund zu roden und auf der Weißen Mocken ein Wohnhaus zu errichten.

III.
Später ist das ehemalige Snyder'sche Anwesen (Hansenhaus rechts) im Besitz der verwandten Familien Schmenner (1736: Schmenner uffm Kaff).

IV.
1745 befindet sich eine zweite Ansiedlung der Familien Schmenner "uffm Berg"


Bemerkungen:

zu I.
Diese Aussage ist sehr vage. Das Gehöft lässt sich keiner Flur zuordnen. Nähere Angaben fehlen.
 
zu II.
Die Flur Schweinsgrund liegt unseren heutigen Ortskenntnissenunterhalb des heutigen Hansenhaus Links zwischen den heutigen Straßen An der Zahlbach, Alter Kirchhainer Weg und Schubbelackerweg
Der Weißen Mocken lag oberhalb des heutigen Hansenhaus Links in der Höhe des heutigen Trimm-Dich-Pfad, ca. 1000 Meter Luftlinie vom Kirchhainerweg / Zahlbach den Berg hinauf am / im Wald, im Bereich der ehemaligen, damals nur als Hohlweg existierenden, Straße nach Schröck und Alsfeld
In einem Ausschnitt der Schleensteinkarte wird das Mückenhaus dargestellt und auch als solches benannt. 
Die einzelnen Bögen der uns heutig bekannten Schleensteinkarte wurden ab ca. 1704 erstellt und nach 1710 als Ganzes, der Schleensteinkarte, zusammengetragen.
 
zu III.
Hier handelt es sich noch zur Zeit noch um nicht belegbare Vermutungen. 
Ob ein Schmenner eine Schneider (Snyder) oder ein Schneider (Snyder) eine Schmenner damals geheiratet hat, ist nicht eindeutig belegbar, aber durchaus möglich. Ebenso ist der Kauf des vermuteten abgebrannten Anwesen in Frage zu stellen.

zu IV. 
Im Jahr 1745 erscheint in den städtischen Registern ein zweiter Ansiedler "aufm Berg". Es ist Johann Wilhelm Schmenner. Auch er baut Wohnhaus und Scheune und macht Länderein im "Schweinsgrund" urbar.
 

Historische Namensformen: 

Mückenhaus (1708/10) 

Hanßen haußes, bey des (1743) 
Hansehaus (1846) 

Hansenhaus rechts [später] 
Hansenhaus links [später] 

Bezeichnung der Siedlung:

Hof 1846





Bitte beachten Sie den Teil III von "Hansenhaus Rechts - Wie alles begann ..." von Wilhelm Bücking aus dem Jahre 1886.

Wilhelm Bücking nimmt darin Stellung zu den Lagen und Größen der Fluren sowie den Ortsbezeichnungen "ufm Berg" und "ufm Kaff".



Schleenstein'sche Karte, Johann Georg SCHLEENSTEIN: Landesaufnahme der Landgrafschaft Hessen-Kassel 1705-1710 - Ausschnitt aus Blatt von Marburg - Mückenhaus eingezeichnet und benannt



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Mittwoch, 10. Februar 2016

Landgraf Carl

Der Schmied Johannes Klein zu Marburg
 
Das (Hessische) "Historisches Ortslexikon Marburg" schreibt auf Seite 117:
1707 bekommt der Schmied Johannes Klein die Erlaubnis 6 3/4 Morgen Wüstung im Schweinsgrund zu roden und auf der Weißen Mocken ein Wohnhaus zu errichten.
 In der alten Akte für den Zeitraum 1707 bis 1794, mit dem Titel "Verwaltung der Buchholzischen Güter im Schweinsgrund bei Marburg", liegt als erstes Blatt eine Abschrift (Cp) der Genehmigung des Landgrafen Carl vom 9. September 1707, dem Schmied Johannes Klein zu Marburg Rottland im Schweinsgrund gegen Zins zu überlassen.

Der Inhalt dieses Dokuments lautet:

Cp:
Weilen dem von unerm Forstambt zu Marburg
uns unterthänigst erstatteten Bericht nach die
hierin erwähnte wüstung der Schweinsgrund
genannt, ohne Schaden des walds und gehölzes
gerottet und arthafft gemacht werden kan,
so verwilligen wir gnädigst, daß Johannes
Klein, Schmied zu Marburg von solcher
wüstung, 6 ¾ Morgen, wie solche in dem uns
vorgezeigten abriß abgezeichnet sind, zur Arthafft-
machung eingeräumet und angewiesen
werden mögen , unserer Renthcammer, demnach
gdt [gnädigst] befehlend uff solche 6 ¾ Morgen, wann-
solche zuforderst gerottet einen gewißen
jährl. zinß und übrige auff dergl.n übliche
belastung zu trage und solche uns verrechnen
zu lassen etc.. unser vorbeh.: Forstambt zu Mar-
burg aber hat wegen solcher Rottäcker-Ein-
räumung Verfügung zu thun, und dahin
zu gehen, daß dieseselbe in gutem baus
und beßerung erhalten werde mögen.
Caßell d [en] 9. Sept: 1707
Carl
Die Genehmigung zum Bau eines Wohnhauses auf der Weißen Mocken, bzw. der Bau einer Scheune im Schweinsgrund, wird in diesem Dokument nicht erwähnt.

In Flurkarten ab 1715 ist ein Gebäude im Schweinsgrund, unterhalb des Plateau der heutigen Liegeschaft Hansenhaus Links, in der abfallenden Talmulde hin zum Alten Kirchhainer Weg, eingezeichnet.

Einige Flurkarten zeichneten dieses Gedäude jedoch oben auf dem Berg beim Hansenhaus Links ein. Dieser Standort ist allerdings unwahrscheilich, da dieses Plateau damals schon eine eigene Flurbezeichnung hatte. Ebenfalls ist dort nicht der erwähnte Weiße Mocken.
Quelle: Hessisches Staatsarchiv Marburg - 23 c Marburg Nr. 107- erstes Blatt des Acts "Verwaltung der Buchholzischen Güter im Schweinsgrund bei Marburg"