Hansenhaus Rechts - Gemälde

Hansenhaus Rechts - Gemälde
Hansenhaus Rechts zu Marburg an der Lahn ca. im Jahre 1897 - Gemälde von Friedrich (Fritz) Klingelhöfer (04.061832 - 09.11.1903) Marburger Landschaftsmaler - Bildarchiv Foto Marburg 221331
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Freitag, 1. Juli 2016

Wie alles begann - Teil VI


35 Jahre Hansenhaus-Gemeinde
Das 35. Jubiläum der Hansenhaus-Gemeinde nahm die Oberhessische Presse am 04. July 1969 zum Anlass, einen Artikel über die Urbarmachung und Besiedlung des Schweinsgrund bei Marburg mit dem angrenzenden Berg Kaff durch die Sippe Schmenner sowie die Entstehung des Bismarckturm und der Siedlung der Siedlergemeinschaft beim Hansenhaus zu veröffentlichen.

Die Oberhessische Presse berichtete am 04. July 1969:
 
HARTE ARBEIT AUF STEINIGEM BODEN
Mit 1500 Mark Eigenkapital gebaut
Vor 35 Jahren wurden die ersten Häuser in der Hansenhaus-Siedlung errichtet / Heute Jubiläumsfest

Die Hansenhausgemeinde wird an diesem Wochenende auf dem Bolzplatz an der Gerhart-Hauptmann-Schule in einer Veranstaltungsfolge ihres 35jährigen Bestehens gedenken, führt sie doch ihren Ursprung auf die 1933/34 errichtete sog. Stadtrandsiedlung südlich der Großseelheimer Straße (Brüder-Grimm-Straße) zu­ rück. Dieser Stadtteil hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Bau neuer Straßen und zahlreicher Wohnhäuser nördlich der Großseelheimer Straße enorm weiterentwickelt, so daß er heute mehrere tausend Bewohner umfaßt. Die Jubiläumsfeier gibt Veranlassung, auf die geschichtliche Vergangenheit des Geländes zurückzublicken, auf dem das neue Wohnviertel entstanden ist.

Vermutlich im 17. Jahrhundert hatte sich eine aus Holland eingewanderte Familie Snyder (Schneider) in der sich vom Lahnberg nach dem Zahlbachtälchen hinab ziehenden Talmulde, Schweinsgrund genannt, angesiedelt. Als ihr Anwesen zu Anfang des 18. Jahrhunderts niederbrannte, zog sie nach Weidenhausen und baute sich dort einen neuen Hof an der Hahnengasse, um 1810 erwarb sie schließlich den alten Fronhof Am Grün. Die mit ihr verschwägerte Familie Johann Balthasar Schmenner übernahm oberhalb des Kaffwaldes ein zum abgebrannten Schneiderschen Anwesen gehöriges Gebäude, das auf einer Flurkarte von Obert J.G. Schleenstein aus den Jahren 1704-1708 als "Mückenhaus" verzeichnet ist, wahrscheinlich nach den südlich dahinter liegenden Berghängen benannt, die auf einer·Flurkarte von 1750 die Bezeichnung "Weiße Möcke" tragen (heute "Gebrannter Berg" und.Spitzer Berg"). Johann Balthasar Schmenner erwarb neben seinem Anwesen noch Rodland.
Laut Eintragung in dem Ratsprotokoll der Stadt Marburg vom 6. November 1736 verpachtete die Stadt "dem Schmenner uffm Kaff", der bereits 1733 in einem Steuerregister erwähnt wird, einen Acker.
Im Kammerarchiv, Pachtrepositur Marburg Nr. 11 vom Jahre 1743 findet sich (nach Reimer) die Bemerkung "Bey des Hanssen Hauses der Schweinsgrund".
 

1745 findet sich ein zweiter Ansiedler "uffm Berg" namens Johann Wilhelm Schmenner, vermutlich ein Bruder des Johann Balthasar und Erbauer von Hausenhaus rechts, dessen Nachkommen (jetzt Fritz Schmenner) noch heute Besitzer des Anwesens sind, während Hansenhaus links seit 1895 in andere Hände überging.

Die Besitzer beider Hausenhäuser betrieben seit Anfang vorigen Jahrhunderts kleine Gastwirtschaften, die von Bürgern, Studenten und Soldaten bei Spaziergängen gern aufgesucht wurden und sich nach Um- und Erweiterungsbauten inzwischen zu beliebten Aus­ flugslokalen entwickelt haben. Mit Er­öffnung der Gastwirtschaften, die im Volksmund .,dem Hannes sein Haus" genannt wurden, entstand die heutige Bezeichnung "Hansenhaus", von der die Hausenbaus-Gemeinde ihren Namen ableitet.

Bismarckturm für 16 000 Mark
Im Bereich der Hansenhausgemeinde, Richtung Glaskopf, wo Professor Euri­cius Cordus bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts einen vier Morgen großen, von einer Hecke umgrenzten, botanischen Garten angelegt hatte, er­ scheint auf einer Flurkarte von 1750 die Bezeichnung "der Hopffengarten zum Schwan", ein Hinweis darauf, daß vom Schwanhof aus (ihm wurde im 16. Jahrhundert der Glaskopfhof mit umliegendem Gelände angegliedert), Hopfen angebaut worden ist.1848 sowie in den Jahren 1867 bis 1869 befanden sich etwa an der Stelle, an der später das Forsthaus errichtet worden ist, Schießstände des Marburger Schützenvereins.
Am 21. Juni 1904 wurde die mit einem Kostenaufwand von 16 000 Mark errichtete Bismarcksäule eingeweiht, im gleichen Jahre die Bismarckpromenade vom Cappeler Berg bis zu den Hausenhäusern angelegt, die dann 1909 bis zum Südbahnhof verlängert worden ist.
1906 errichtete man an der Weintrautseiche eine kleine Schutzhütte und pflanzte die Lindenallee in Richtung Großseelheimer Straße.
1907 wurde das zusammen gerutschte Mauerwerk der Richtstätte Rabenstein (seit 1753), auf der 1864 die letzte öffentliche Hinrichtung in Marburg stattfand, wieder aufgebaut und bepflanzte 1912 ein etwa 80 Ar großes Gelände von dort in Richtung Hansenhaus rechts mit etwa 2000 Eichen, Lärchen und Birken.
 

Als Anfang der dreißiger Jahre die Arbeitslosigkeit in Deutschland immer drückender wurde, stellte das Reich zur Schaffung von Siedlerstellen für vorstädtische Kleinsiedlungen Mittel bereit, um arbeitslosen und kinderreichen Familienvätern eine Hebung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse zu ermöglichen. Zudem herrschte damals auch großer Mangel an Kleinwohnungen. Im September 1932 genehmigten die Stadtverordneten zur Errichtung einer Stadtrandsiedlung für zwanzig Siedler die Aufnahme eines Darlehens von 50 000 Mark. Zunächst war als Siedlungsgelände 24 000 Quadratmeter stadteigenen Bodens auf dem sog. Tanzplatz oberhalb des Stadtteils Ockershausen vorgesehen. Dieser Plan kam aber infolge der fehlenden Trinkwasserversorgung nicht zur Durchführung. Man entschloß sich dann, das notwendige Gelände in Größe von 46 000 Quadratmetern südlich der Großseelheimer Straße vom Forstfiskus zu erwerben und dort 42 Siedlerstellen in 21 Doppelhäusern, darunter 14 Eigensiedler, zu errichten. Das Reich stellte für jeden Siedler 2250 Mark Darlehen zu billigem Zinssatz bereit. Die Eigensiedler erhielten aus einem anderen Fonds je 800 Mark und mußten 1500 Mark an Eigenkapital aufbringen. Die Stadtverwaltung übernahm mit einem Kostenaufwand von 28000 Mark den Geländeerwerb, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, Straßenbau usw. Die Siedler wurden verpflichtet, bei allen Arbeiten unentgeltlich und tatkräftig mindestens hundert Stunden mittätig zu sein, Umzäunungen der ihnen zugeteilten Grundstücke mußten sie selbst herstellen, infolge fehlender Kanalisation wurde bei jedem Hause eine Grube angelegt, die regelmäßig entleert werden mußte.

Die Siedlungshäuser wurden für die ersten drei Jahre verpachtet, später konnten diese als Eigentum übertragen werden. Die Pacht betrug während dieser Zeit etwa 15-20 Mark monatlich. Es meldeten sich zahlreiche Bewerber, von denen 28, meist Arbeitslose oder Kurzarbeiter, ausgesucht wurden. Für die Eigensiedlungsstellen interessierten sich kleine Angestellte, Gärtner und zwei städtische Polizeibeamte.
 

Am 21. August 1933 konnte der erste Spatenstich zur Errichtung der Siedlungshäuser erfolgen. Bereits im Juli hatten die Siedler einen etwa 500 Meter langen Wasserleitungsgraben vom Behälter an der Scheppe-Gewisse­ Gasse aus angelegt, eine infolge des damals trockenen Sommers und z. T. steinigen Bodens sehr harte Arbeit. Monatelang wurde fleißig an dem Aufbau der Siedlungshäuser gearbeitet, bis dann ein zünftiges Richtfest gefeiert werden konnte. Zum Ausbau der Brüder-Grimm-Straße zog das Stadtbauamt Pflichtarbeiter heran. Die ersten Siedler konnten am 30. April und die letzten am 15. Mai 1934 ihren Einzug in die neuen Häuser halten, bei denen sie auch Stallungen zur Haltung von Kleintieren eingerichtet hatten. Mit Eifer gingen sie dann an die Anlage ihrer Gärten. Im Jahre 1956 wurde die Stadtrandsiedlung kanalisiert und 1958 durch Bau von weiteren 13 Siedlerstellen an der neu angelegten Gerhart-Hauptmann-Straße erweitert.

Reges geselliges Leben
 

Mit Befriedigung kann die Hausenhaus-Gemeinde in ihrem Jubiläumsjahr auf das von ihr Erreichte zurückblicken. Viel Arbeit, Mühe und Sdlweiß erforderte es, als vor 35 Jahren die ersten Siedler aus der Altstadtenge heraus auf die Lahnberge zogen, um sich hier in gemeinsamer Arbeit ein von grünenden und blühenden Gärten umgebenes Eigenheim zu schaffen. Wer heute seine Schritte durch das nach dem letzten Weltkrieg enorm erweiterte Wohngebiet lenkt, bemerkt in den liebevoll und vorbildlich gepflegten Zier- oder Wirtschaftsgärten überall zufriedene Menschen. Die Hausenhausgemeinde hat es aber auch schon von den ersten Jahren an verstanden, das gesellige Leben unter ihren Mitgliedern zu fördern und zu pflegen, um damit ein freund-/nachbarliches Band zu knüpfen. Erntedankfeste, Weihnachtsfeiern für Kinder und Erwachsene, Faßpartien, Fastnachtstanz, Altennachmittage, Busfahrten ins Blaue usw. sind seit Jahren selbstverständlich geworden.

Ausspracheabende mit Vertretern der Stadtverwaltung trugen dazu bei, daß in dem neu entstandenen Stadtteil die Straßen-, Wege- oder Beleuchtungs­ und Verkehrsverhältnisse erheblich verbessert werden konnten. Am Rabenstein und an der Gerhart-Haupt mann-Straße entstanden Kinderspielplätze und die Wiese vor der Bismarcksäule gestaltete die Stadtgärtnerei in eine besonders von den Alten gern aufgesuchte Schmuckanlage um. Einen Markstein in der Entwicklung der Hansenhaus-Gemeinde bildeten 1963 der Bau einer Grundschule und eines Kindergartens an der Gerhart-Hauptmann­Straße.


Möge das Jubiläumsfest dazu beitragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl noch weiter zu stärken und viele bisher noch Abseitsstehende veranlassen, sich der Hansenhaus-Gemeinde als Mitglieder anzuschließen, vor allem aber auch durch ihre Mitarbeit dazu beitragen, daß noch weiter auftauchende Probleme zum Wohle aller gelöst werden können. Wer wollte sich auch dieser schönen Gemeinschaftsaufgabe entziehen?



Quelle: Stadtarchiv Marburg - Nachlass Hermann Bauer - Nr. 1689

Freitag, 15. Januar 2016

Wie alles begann ...

Der Ursprung des Stadtteils Hansenhaus
mit der Hansenhaus-Gemeinde vor 280 Jahren
von Hubertus Schmenner


Man schreibt das Jahr 1733. Die Stadt Marburg mit ihren um die 5.000 Einwohnern befindet sich noch weitgehend in den von der Stadtmauer mit ihren Stadttoren gesetzten Grenzen. Auf der gegenüberliegenden Lahnseite erstreckt sich als Brückenvorstadt "Weidenhausen" an deren Ende sich die Kapelle St. Jost mit dem nicht mehr existierenden Siechenhaus befindet. Damit ist für die Marburger faktisch die Welt zu Ende. ln östliche Richtung führt ein Hohlweg zu einer den Lahnbergen vorgelagerten Hochterrasse mit den Flurbezeichnungen "uffm Kaff" und "Schweinsgrund". Offensichtlich bestehen bis dahin die dort gelegenen Ländereien aus Unland und sind noch nicht gerodet und urbar gemacht.

Im Jahr 1733, vor nunmehr 280 Jahren, erscheint im Kontributionsregister der Stadt Marburg als erster Siedler "uffm Kaff" Johann Balthasar Schmenner, der von der Gemeinde Marbach kommend, von der Stadt Marburg Rodland erworben, dieses urbar gemacht und Wohnhaus und Scheune darauf erbaute. Nach alten Protokollen erhält der Schmenner "uffm Kaff" in 1736 von der Stadt  weitere Ländereien in Leihe. Somit ist bereits nach drei Jahren eine Vergrößerung des Anwesens dokumentiert. Was veranlasste 1733 Johann Balthasar Schmenner dazu von der Marbach auf dieses unwirtliche Hochplateau zu ziehen? War es der Wunsch nach Selbständigkeit, war es die Hoffnung auf etwas Wohlstand oder einfach nur Pioniergeist  Wir wissen esnicht. Betrachtet man die Entwicklung bis zum heutigen Stadtteil, so war die Entscheidung richtig.

Im Jahr 1745 erscheint in den städtischen Registern ein zweiter Ansiedler "aufm Berg". Es ist Johann Wilhelm Schmenner. Auch er baut Wohnhaus und Scheune und macht Ländereien im "Schweinsgrund" urbar. Während Johann Wilhelm Schmenner auf der linken Seite seine Flächen im Schweinsgrund bewirtschaftete, hatte Johann Balthasar Schmenner die Grundstücke auf der  rechten Seite "uffm Kaff" in Bewirtschaftung. Diese Unterscheidung in "links" und  "rechts"  sollte  später  eine Bedeutung bis zum heutigenTag haben. Seide Anwesen müssen sich im Laufe der Jahre wirtschaftlich  entwickelt haben, wozu sicher nicht unerheblich eine Schankerlaubnis beigetragen  hat.  Seide Familien hatten  die  Genehmigung zum Ausschank von  Getränken und  zur  Ausgabe einfacher Speisen. Da  die Häuser unmittelbar an dem Fahrweg nach Schröck und Bauerbach lagen,bot sich an, dass die Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren auf ihrem Weg nach Marburgund zurück dort Station machten und für eine Stärkung von Mensch und Tier sorgten. Ebenfalls waren viele Leute von den Dörfern zu Fuß nach Marburg unterwegs. Auch diese nutzen gerne die Möglichkeit der Einkehr. Auch unter den Marburger Bürgern hatte sich  schnell  herumgesprochen,  dass man in den Höfen "uffm Kaff" und im "Schweinsgrund" einkehren konnte und gut bewirtet wurde. Der Grundstein für zwei bis heute erhaltene Ausflugslokale war gelegt.

Der Name "Hansenhaus" taucht erstmals in einem Stadtprotokoll vom Juni 1762 auf. Wie es zu dem Namen "Hansenhaus" kam, darüber ranken sich Legenden. Eine Version deutete darauf hin, dass eine Verbindung zum Städtebund der "Hanse" bestanden haben soll. Die andere  brachte den Scharfrichter der nahen Richtstätte "Rabenstein", der den Namen "von Hansen" geführt haben soll, ins Spiel. Dies alles ist jedoch nicht bewiesen. Wahrscheinlich ist der Name "Hansenhaus" von Vornamen der beiden Familien Schmenner abgeleitet, die beide auf den Rufnamen"Johann" hörten.  Da  im  alten  Sprachgebrauch  die  Vornamen  Johann/Johannes oft auf"Hannes" abgekürzt wurden, ist es glaubhaft, dass die Marburger Bürger bei ihren Wanderungen und Ausflügen sagten: "Heute gehen wir zum "Hannes sein Haus" und dies im Laufe der Jahre zu der Bezeichnung "Hansenhaus" geführt hat. ln späteren Jahren wird dann zur Unterscheidung der beiden Hansenhäuser der Zusatz "rechts" und "links" entstanden sein. Diese Unterscheidung ist bis zum heutigen Tag für die beiden Gastronomiebetriebe aktuell. Nach einer alten Bürgerliste von 1781 war der Hof- und Grundbesitz "auf dem Hansenhaus genannt im "Schweinsgrund" (Hansenhaus links) auf einen Balthasar Mengel übergegangen während das andere Anwesen (Hansenhaus rechts) im Besitzvon Johannes Schmenner blieb.

Die Einwohnerstatistik von 1885 listet für die beiden Hansenhäuser insgesamt 11 Bewohner auf. Bis zu diesem Zeitpunkt waren keine weiteren Gebäude hinzugekommen. Dies sollte sich kurze Zeit später ändern.Zu Beginn der 1890erJahre wurde die "Försterei Hansenhaus" erbaut um eine ortsnahe Bewirtschaftung der  umfangreichen  Waldungen  der Lahnberge zu gewährleisten. Die Försterei bestand aus Wohnhaus mit Wirtschaftsgebäuden und die dazu gehörigen Ländereien wurden von derFamilie des Försters bewirtschaftet . Erst 1904 wurde mit dem "Bismarckturm" wieder ein Gebäude auf dem Areal in Nähe der Hansenhäuser errichtet. Die Stadt Marburg folgte dem Beispiel vieler Städte und baute für seine Bürger und Studenten eine "Bismarcksäule" mit Befeuerungsanlage. ln der Folgezeit zogen bei  Sonnenwende  und  nationalen Feiertagen  die  Marburger Bürger und Studenten in einem Fackelzug hinauf auf den Berg zum traditionellen Bismarckfeuer. Ein zu dieser Zeit sicher großes Event. Bis zur Erbauung eines weiteren Hauses sollten wieder 20 Jahre vergehen. Im  Jahr 1924 errichtete unterhalb des Hansenhaus rechts Professor Wirth Roeper-Bosch eine große Villa die er "Ehresburg" nannte und die seine Bibliothek und Sammlungen beherbergte. Dort ging Professsor Wirth Roeper-Bosch seinen Forschungen zur Urreligionsgeschichte und Symbolkunde nach. Abgesehen von An- und Erweiterungsbauten der beiden Hansenhaus  Gaststätten  fanden in den kommenden Jahren auf den großen Grundflächen, die sich überwiegend in öffentlicher Hand befanden und landwirtschaftlich genutzt wurden, keine baulichen Aktivitäten statt.


Erst  200  Jahre nach dem amtlichen Nachweis des ersten Ansiedlers Johann Balthasar Schmenner "uffm Kaff" sollte sich dies grundlegend ändern. Im November 1933 konnte das Richtfest für 42 Siedlerstellen der "Stadtrandsiedlung" gefeiert werden und bereits im Mai 1934 konnten die zumeist in Eigenleistung errichteten Häuser bezogen werden. Der Grundstein für die erste geschlossene Wohnbebauung im heutigen Stadtteil Hansenhaus war gelegt und aus dem Zusammenschluss zu einer Siedlergemeinschaft  die Grundlagefür die heutige Hansenhaus-Gemeinde gegeben. Die Wirren des 2. Weltkriegs und der Nachkriegszeit hatte die Stadtrandsiedlung unbeschadet überstanden. Zu Beginn der 1950er Jahre begann eine rege Bautätigkeit   auf beiden Seiten der Großseelheimer Straße bis hinunter zum  Glaskopf und rund  um  den  Bismarckturm. Jedes freie und bebaubare Grundstück wurde genutzt. Die Expansion des Stadtteils Hansenhaus war nicht mehr aufzuhalten. Die Darlegung der Entwicklung ab den 1950er Jahren sollte jedoch einem gesonderten Artikel vorbehalten bleiben.


<Der Verfasser Hubertus Schmenner ist ein direkter Nachkomme  von Johann Balthasar Schmenner, dem ersten Siedler von 1733. Er ist nicht wie seine Vorfahren Gastwirt geworden. Hubertus Schmenner war als Abteilungs­leiter für Haushalt und Finanzen in der Zentralverwaltung  der Philipps-Universität tätig.

Ein weiterer direkter Nachkomme  von Johann Balthasar Schmenner, dem ersten Siedler von 1733, Wolfgang O. H. Schmenner war von 1974 bis 1992 der letzte Wirt der Schmenners auf dem Hansenhaus Rechts.>